Mit nur sechs Spielern ging es diesmal in eine ungewöhnlich kleine, aber dennoch intensive Runde beim PVM. Einige kurzfristige Absagen sorgten dafür, dass wir kompakt an nur einem Tisch spielten. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch – im Gegenteil: Durch die kleine Besetzung entwickelte sich ein schneller, sehr direkter und taktischer Pokerabend.
Zwei Spieler galten an diesem Abend klar als die Pechvögel des Turniers: Thomas B. und Marco Sch. Beide fanden trotz eigentlich guter Situationen ein schnelles und teilweise sehr unglückliches Turnierende.
Besonders bitter verlief der Abend für Thomas B., der sich erneut das berühmte „50-Punkte-Duell“ mit seinem Lieblingsgegner Silvio lieferte – ein kleiner Insider mittlerweile beim PVM. Diesmal hatte Thomas tatsächlich die Nase vorne… oder besser gesagt hinten. Er kam, sah und flog.
Dabei begann seine letzte Hand eigentlich äußerst vielversprechend: Marco eröffnete die Action mit einem Raise auf 3.500 Chips, Sascha erhöhte auf 10.000 und Thomas stellte schließlich mit Königen im Preflop All-In. Marco foldete nach kurzer Überlegung, Sascha hatte mit Assen jedoch einen absoluten Easy-Call. Bereits am Flop erschien direkt ein Ass und Thomas’ Hoffnungen schwanden rapide. Hilfe kam keine mehr und damit standen die legendären 50 Punkte fest. Sehr zur Freude von Silvio, der sich das verletzte, aber dennoch spürbare Grinsen natürlich nicht verkneifen konnte.
Sascha baute sich durch diese frühe Monsterhand einen großen Stack auf und konnte endlich mal wieder das spielen, was er so liebt: klassisches Big-Stack-Poker. Dazu kamen – nach langer Zeit – endlich wieder richtig gute Karten und starke Spots. Bis tief ins Turnier hinein hielt er nahezu durchgehend die Führung und ließ sich, wie man am Pokertisch so schön sagt, „gute Karten herdealen“.
Auf Platz 5 landete Marco Sch., der trotz seines kurzen Abends einige gute Ansätze zeigte. Zunächst verlor er mehrfach kleinere Pots, ehe es dann gegen Silvio zu einer entscheidenden Hand kam. Marco stellte seine Chips am Flop mit J9 und getroffenem Two Pair rein. Auf dem Board lag zusätzlich eine 5. Silvio callte mit A5 – zunächst also nur One Pair. Doch prompt brachte der Turn das Ass und machte daraus das bessere Two Pair für Silvio. Marco musste sich extrem unglücklich verabschieden und war verständlicherweise bedient.
Platz 4 ging an Michael S., der diesmal nicht seinen gewohnt dominanten Abend erwischte. Zwar konnte er zwischendurch noch mit Damen einige Chips einsammeln, doch die entscheidende Hand verlor er gegen Sascha. Michael rief ALL IN im Preflop und er hielt nur 22, während Sascha mit 55 einen Moment überlegte dann aber die nicht wenigen Chips von Michael S. mit einem Call bekam und obendrauf gab es auch noch den Hit.
Klaus kämpfte sich anschließend noch lange durchs Turnier und versuchte mit seinem kleiner werdenden Stack immer wieder irgendwie zu überleben. Am Ende erwischte es aber auch ihn gegen Silvio, womit das Heads-up zwischen Sascha und Silvio feststand.
Sascha startete mit ungefähr zwei Dritteln aller Chips ins Heads-up und hatte zunächst die Kontrolle. Doch Silvio zeigte einmal mehr, warum er im direkten Duell immer gefährlich bleibt. In einer Schlüsselhand stellte Sascha am Turn mit Nut-Flush-Draw All-In, Silvio callte mutig mit Top Pair Zehn – und gewann die Hand. Sascha fiel dadurch auf gerade einmal 18.000 Chips zurück und stand kurz vor dem Aus.
Doch diesmal kämpfte er sich wieder zurück. Mit guten Spots, starken All-Ins und einigen gewonnenen Pots holte er sich Stück für Stück die Führung zurück. Am Ende stellte Silvio mit K5 All-In. Sascha fand mit AJ den klaren Call. Das Board brachte früh ein Ass und Silvio bekam keine Hilfe mehr.
Damit sicherte sich Sascha nach längerer Zeit endlich wieder einen Turniersieg, was ihn sichtlich freute.Durch die kleine Spielerzahl war das Turnier bereits gegen 22:45 Uhr beendet – ungewöhnlich früh für einen PVM-Abend, aber dennoch mit vielen spannenden Händen, emotionalen Momenten und reichlich Gesprächsstoff.